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Wie Bangalore zu Asiens Silicon Valley wurde

In Bangalore sollten Sie lieber etwas früher zur Arbeit gehen. Ab etwa 8 Uhr gibt es kein Entkommen mehr aus den berüchtigten Staus der Stadt. Für die 12,3 Millionen Einwohner ist das Ausweichen der Staus mittlerweile zu einer eigenen Kunst geworden. Doch zwischen den Benzingerüchen und der Hektik des Alltags zeigen spektakuläre Technologieparks, riesige Hotelanlagen und schicke Restaurants, dass Bangalore sich zu einer globalen und hoch-innovativen Metropole entwickelt hat. Welche Faktoren beeinflussten diese Entwicklung? Wie wurde Bangalore zum Silicon Valley von Asien?

Gehen wir etwas zurück in die Vergangenheit…

1984: Die Entstehung einer IT-Hauptstadt

Mit der Ankündigung der neuen Computer- und Softwarepolitik im Jahr 1984 wurde der Import und Export von Hardware und Software liberalisiert. Dies war die Grundlage für Infosys und Wipro, um ihre Hauptsitze in Bangalore zu errichten und indische Programmierer einzustellen.

IT-Industrie in Indien

Es wurden Verbindungen mit amerikanischen Firmen aufgebaut, die eine weit fortschrittlichere Infrastruktur nutzten, von der indische Softwareunternehmen sehr profitierten. Im Gegenzug konnten die Amerikaner aus dem großen Talentpool und den niedrigen Betriebskosten Kapital schlagen, in dem sie Niederlassungen auf indischen Boden errichteten und damit die Pioniere des Offshorings von Softwareentwicklung von West nach Ost waren. 1985 gründete Texas Instruments Inc. als erster multinationaler Konzern ein Entwicklungszentrum in Bangalore und ebnete damit den Weg für die nachfolgenden Konzerne.

2010-2020: Vom Outsourcing-Standort zum Hotspot für F&E

Allein im letzten Jahrzehnt machte Bangalore 35% der globalen In-House-Zentren (GIC – Global In-house Center) in Indien aus. GICs sind Niederlassungen, die in der Regel in kostengünstigen Regionen angesiedelt sind und sich im Besitz des Konzerns befinden (auch Offshoring). Es findet also keine Auslagerung (Outsourcing) statt. Der Wert der in Indien durchgeführten Forschung und Entwicklung wird auf rund 40 Milliarden Dollar geschätzt und dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen.

Dazu trägt vor allem die starke Konzentration von hochqualifizierten IT-Fachkräften bei, die kundenspezifische Software für etliche Unternehmen zu geringeren Kosten entwickeln können. Das hat eine immense Anziehungskraft für westliche Unternehmen, deren erhöhter Wettbewerbsdruck den Bedarf an guten Entwicklern in die Höhe schnelle lässt. In Bangalore kann der Bedarf gedeckt werden und das zu geringeren Gehalts- und Betriebskosten.

F&E-Zentren in Bangalore

In der Zwischenzeit durchlief Indien einige tiefgreifende Veränderungen, die die unternehmerische Struktur des Landes erheblich umgestaltet haben. Absolventen, die von einem Job bei Google träumten, wurden schnell zu Absolventen mit dem Wunsch ein eigenes Unternehmen zu gründen, das einen solchen Status erreicht. Von den 12 Millionen Menschen, die die Stadt ihr Zuhause nennen, sind fast eine Million in der IT-Industrie tätig. Die Zahl der auf IT spezialisierten Hochschulen hat längst die 100 überschritten, und der Gründungswahn ist allgegenwärtig.

Das sind die Menschen, die in den erfolgreichen Startups Indiens das Steuer in der Hand haben. Ola zum Beispiel hat es geschafft seinen globalen Konkurrenten Uber in Indien zu überholen. Auch der indische Konkurrent von Amazon Flipkart erreichte einen Marktwert von 15,5 Milliarden Dollar und schaffte es in weniger als 10 Jahren mehr als 30.000 Menschen zu beschäftigen.

Prashanth Prakash

Bangalore ist seit über drei Jahrzehnten die Technologiehauptstadt Indiens. Mit soliden und erstklassigen F&E-Einrichtungen, akademischen Institutionen und auf den öffentlichen Sektor ausgerichteten Unternehmen hat die Verwaltung erheblich zur Führung der Stadt im Bereich IT beigetragen.

Prashanth Prakash

Chairman der Startup Vision Group – Karnataka

2020: Das Silicon Valley von Asien

Die IT-Industrie beschäftigt etwa 4,1 Millionen Menschen in Indien und trägt jedes Jahr etwas 137 Milliarden Dollar zum Exportvolumen zu. Davon werden 40% in Bangalore erwirtschaftet.

Startup-Kultur in Bangalore

Aber die Wirtschaft alleine kann die Entwicklung Bangalores zur IT-Hauptstadt Indiens nicht komplett erklären. Der Aufbau von technischem Fachwissen und einer hoch qualifizierten Arbeiterschaft hat maßgeblich zu der starken Konzentration von F&E-Einrichtungen in Bangalore beigetragen. Dazu gehören Namen wie Amazon, IBM, Microsoft, Tesco, Nokia, Siemens oder Adobe.

Diese Faktoren haben Bangalore weggebracht von simplen Outsourcing-Aufgaben hinzu einem Epizentrum für Unternehmertum. Zahlreiche junge, motivierte und talentierte Digital Natives, die den Geschäftssinn und die Innovationskraft besitzen, um das Land und die Welt nachhaltig zu verändern.

Die Rohdaten allein lassen jedoch kaum erkennen, auf welch wundersame Weise Bangalore zu einer Weltstadt heranwachsen konnte, und die Entwicklung lässt sich auch nur schwer durch Zahlen erfassen.

WUSSTEN SIE SCHON?

Indische Startups haben allein in den letzten sechs Jahren über 50 Milliarden Dollar an Investitionen erhalten, und es wurden über 40.000 Startups gegründet. Mit 14 Einhörnern (Unternehmen mit Bewertungen über 1 Milliarde Dollar) und einer kumulativen Bewertung von 61 Milliarden Dollar war Bangalore der größte Motor der indischen Wachstumsstory.

Nur 49% der Bevölkerung Bangalores kommt auch ursprünglich aus der Stadt. Der daraus resultierende Multikulturalismus hat einen faszinierenden Einfluss auf das soziale Leben der Stadt. Ganze Stadtviertel sind mit luxuriösen Boutiquen und extravaganten Wohnhäusern ausgestattet. Im Jahr 2015 wurde die Stadt als das am schnellsten wachsende IT-Ökosystem der Welt bezeichnet und das Weltwirtschaftsforum ernannte Bangalore in den Jahren 2017 und 2019 zur dynamischsten Stadt der Welt.

All diese Faktoren haben Bangalore als IT-Hub gefestigt und der Stadt den wohlverdienten Titel „Silicon Valley von Asien“ eingebracht. Die Politik und der massive Zustrom an Investitionen haben die Stadt komplett verwandelt, von einem einst bei Rentnern beliebten Zufluchtsort, zu einem Ort, bekannt für ein beispielloses Maß an technologischer Kreativität und bahnbrechenden Innovationen.

Zudem bleibt uns die erfreuliche Erkenntnis, dass im Gegensatz zu vielen anderen Orten, die besten Jahre für Bangalore noch eher vor als hinter uns liegen. Die Stadt birgt für die kommenden Jahrzehnte ein noch unausgeschöpftes Potenzial an steigenden Einnahmen und Wachstum im Überfluss.

Wenn Sie das IT-Ökosystem Bangalores selbst nutzen und Ihr Unternehmen umgestalten möchten, dann melden Sie sich bei uns, indem Sie das Kontaktformular ausfüllen. Wir stellen Ihnen Ihr eigenes Softwareentwicklungsteam zusammen, dass hier in Bangalore nur für Sie arbeitet.

Wenn Sie weitere Informationen über den Aufbau eines Remote-Teams wünschen, dann können Sie gerne unser Ebook herunterladen. Wir versuchen hier alle Fragen rund um das Thema Offshoring der Softwareentwicklung zu beantworten.

Erfahren Sie, wie Sie mit The Scalers Ihr spezielles Softwareentwicklungsteam aufbauen

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